Kurz gesagt. Mehrsprachiges SEO sorgt dafür, dass Suchende auf Deutsch, Französisch oder Italienisch die passende Version Ihrer Website finden. Für Schweizer KMU ist meist eine einzige .ch-Domain mit einem Unterordner pro Sprache (/fr/, /it/) am einfachsten, verbunden mit hreflang de-CH, fr-CH und it-CH. Keywords werden pro Sprache recherchiert, nicht übersetzt.
Warum ist mehrsprachiges SEO in der Schweiz so wichtig?
Die Schweiz hat vier Landessprachen und drei grosse Sprachregionen: Deutschschweiz, Romandie und Tessin. Ein Zürcher Unternehmen, das im Tessin Kundschaft gewinnen will, muss auf Italienisch auffindbar sein. Ein Anbieter aus Bern, der in die Romandie expandiert, braucht Französisch. Der Markt einer einzigen Sprache reicht oft nicht aus.
Für Unternehmen aus der Deutschschweiz ist das Tessin ein eigener Markt: Die Kundschaft sucht auf Italienisch, erwartet eine italienischsprachige Ansprechperson und vergleicht mit lokalen Anbietern. Eine sorgfältig lokalisierte italienische Version ist deshalb oft der erste Schritt, bevor eine französische Version folgt.
Google erkennt die Sprache einer Seite am sichtbaren Inhalt. In der Dokumentation zu mehrsprachigen Websites hält Google fest, dass weder das lang-Attribut noch die URL dafür verwendet werden. Massgebend ist also, was die Nutzer lesen: Texte, Titel, Navigation.
Unterordner, Subdomains oder eigene Domains?
Google beschreibt vier mögliche Strukturen für mehrsprachige oder regionale Websites. So lassen sie sich auf ein Schweizer Unternehmen übertragen.
| Struktur | Beispiel | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Unterordner | example.ch/fr/ | Einfach einzurichten, eine Website zu pflegen, die Domain-Autorität bleibt gebündelt | Ein Serverstandort, Versionen weniger klar getrennt |
| Subdomains | fr.example.ch | Einfach einzurichten, Versionen trennbar | Aufwändigere Pflege; an der URL ist nicht erkennbar, ob «fr» Sprache oder Land meint |
| Eigene Domains | example.ch und example.de | Klares geografisches Signal pro Land | Mehr Kosten und Infrastruktur; jede Domain startet bei null |
| URL-Parameter | example.ch?lang=fr | Keine nennenswerten | Von Google nicht empfohlen |
Für ein KMU, das hauptsächlich in der Schweiz tätig ist, sind Unterordner auf einer .ch-Domain fast immer die praktischste Lösung. Eigene Domains lohnen sich, wenn Sie auch in Deutschland oder Österreich mit eigenen Preisen, Angeboten und Logistik verkaufen.
Vermeiden Sie Sprachwechsel per Cookie oder Browsereinstellung ohne eigene URLs. Google empfiehlt separate URLs pro Sprache: Der Googlebot sendet in der Regel keine Sprachpräferenz und sieht sonst womöglich nur eine Version.
Wie richtet man hreflang für de-CH, fr-CH und it-CH ein?
Das Attribut hreflang zeigt Google, welche Seiten Sprachversionen voneinander sind. Es verbessert nicht das Ranking, sondern hilft Google, Nutzern die Version in ihrer Sprache anzuzeigen.
Die wichtigsten Regeln laut Google Search Central:
- Code-Format: Sprache nach ISO 639-1, optional gefolgt vom Land nach ISO 3166-1 Alpha 2. Also de-CH, fr-CH, it-CH.
- Nie nur das Land: «CH» allein ist ungültig. «ch» als Sprachcode steht für Chamorro, nicht für die Schweiz.
- Selbstreferenz: Jede Version nennt sich selbst und alle anderen. Der Tag-Block ist auf jeder Version identisch.
- Gegenseitige Verweise: Verweist Seite A auf B, aber B nicht auf A, ignoriert Google die Angaben.
- Vollständige URLs: mit https:// und Domain, keine relativen Pfade.
- x-default: bestimmt die Seite für Nutzer, deren Sprache nicht abgedeckt ist, zum Beispiel eine Sprachauswahlseite.
Ein Beispiel für die Startseite einer dreisprachigen Website, im Head aller drei Versionen einzufügen:
- <link rel=»alternate» hreflang=»de-CH» href=»https://www.example.ch/» />
- <link rel=»alternate» hreflang=»fr-CH» href=»https://www.example.ch/fr/» />
- <link rel=»alternate» hreflang=»it-CH» href=»https://www.example.ch/it/» />
- <link rel=»alternate» hreflang=»x-default» href=»https://www.example.ch/» />
Dieselben Angaben lassen sich auch in der XML-Sitemap oder im HTTP-Header machen. Eine Methode genügt. In WordPress erzeugen Mehrsprachigkeits-Plugins wie WPML oder Polylang die Tags automatisch. Prüfen Sie sie trotzdem nach jeder Änderung an der Struktur.
Wollen Sie auch Besucher aus Deutschland oder Österreich erreichen, können Sie reine Sprachcodes («de») für Versionen verwenden, die sich an alle Deutschsprachigen richten, und Codes mit Land für explizit schweizerische Inhalte.
Keywords übersetzen oder lokalisieren?
Keywords wörtlich zu übersetzen ist einer der häufigsten Fehler. Wer auf Italienisch sucht, verwendet nicht die exakte Übersetzung Ihrer deutschen Begriffe. Und in der Deutschschweiz wird oft anders gesucht als in Deutschland.
| Deutsch (Schweiz) | Italienisch (Tessin) | Hinweis |
|---|---|---|
| Webagentur Tessin | agenzia web Lugano | Im Tessin sucht man nach der Stadt, aus der Deutschschweiz oft nach «Tessin» |
| SEO Agentur Lugano | agenzia SEO Lugano | Andere Wortstellung, gleiche Suchabsicht |
| Offerte | preventivo | In Deutschland würde man «Angebot» sagen |
| MWST | IVA | In Deutschland «MwSt.» oder «USt.» |
| Deutschschweiz | Svizzera tedesca | Auf Französisch «Suisse alémanique» |
Der richtige Weg ist eine separate Keyword-Recherche pro Sprache: Tools wie der Google Keyword Planner lassen sich nach Sprache und Land filtern. Die Texte schreiben Sie dann auf Basis dieser Begriffe, nicht auf Basis der deutschen Vorlage.
Nach dem Launch zeigt die Google Search Console, welche Suchanfragen in jeder Sprache Impressionen bringen. Filtern Sie den Leistungsbericht dazu nach Seiten im Unterordner /it/ oder /fr/ und passen Sie die Texte laufend an.
Auch Details signalisieren ein Schweizer Publikum: Preise in CHF, Schweizer Adresse, Telefonnummern mit +41 und auf Deutsch die Schweizer Rechtschreibung mit «ss» statt Eszett.
Gelten übersetzte Seiten als Duplicate Content?
Nein. Laut Google gelten lokalisierte Versionen nur dann als Duplikate, wenn der Hauptinhalt unübersetzt bleibt. Eine deutsche Seite und ihre italienische Version sind verschiedene Seiten.
Probleme entstehen in anderen Fällen:
- Gleiche Sprache für mehrere Länder: eine de-CH- und eine de-DE-Version, die fast identisch sind. Hier braucht es hreflang und bei Bedarf ein Canonical auf die bevorzugte Version.
- Nur Navigation und Footer übersetzt: Bleibt der Haupttext auf Deutsch, ist die Seite für das Tessiner Publikum wertlos.
- Ungeprüfte maschinelle Übersetzungen: Holprige Texte überzeugen weder Nutzer noch Suchmaschinen.
Wie führt man das Google-Unternehmensprofil mehrsprachig?
Die Richtlinien von Google sehen ein Profil pro Standort vor. Separate Profile pro Sprache sind nicht vorgesehen, und der Name darf nicht in mehreren Sprachen wiederholt werden: Er muss dem tatsächlichen Firmennamen entsprechen.
- Verlinken Sie das Profil mit der Website-Version in der Hauptsprache der Kundschaft an diesem Standort.
- Schreiben Sie die Beschreibung in der Sprache, die Ihre lokale Kundschaft überwiegend spricht.
- Beantworten Sie Bewertungen in der Sprache, in der sie verfasst wurden.
- Halten Sie Name, Adresse und Telefonnummer auf allen Sprachversionen identisch.
Mehr dazu im Beitrag über lokales SEO im Tessin mit dem Google-Unternehmensprofil.
Welche Fehler sind beim mehrsprachigen SEO am häufigsten?
- Automatische Weiterleitung nach IP-Adresse oder Browsersprache: Google rät davon ab. Besser ist eine gut sichtbare Sprachauswahl.
- hreflang-Tags ohne Rückverweis oder mit URLs, die weiterleiten oder einen 404-Fehler liefern.
- Falsche Codes wie «ch» oder «de-SW».
- Title und Meta Description auf den italienischen Seiten noch auf Deutsch.
- Nicht übersetzte Slugs: /it/leistungen/ statt /it/servizi/.
- Sprachauswahl, die immer zur Startseite statt zur entsprechenden Seite führt.
- Zweitsprache mit weniger Seiten und dünneren Inhalten.
Checkliste für eine mehrsprachige Website in der Schweiz
- Sprachen und Märkte festlegen: nur Schweiz oder auch Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich?
- URL-Struktur wählen, in der Regel Unterordner auf einer .ch-Domain.
- Keyword-Recherche pro Sprache separat durchführen.
- Texte von Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern schreiben oder anpassen lassen.
- Slugs, Title, Meta Descriptions und Alt-Texte übersetzen.
- hreflang mit Selbstreferenz, gegenseitigen Verweisen und x-default einrichten.
- Sprachauswahl einbauen, die zur gleichwertigen Seite führt.
- In der Google Search Console prüfen, ob alle Versionen indexiert sind.
- Google-Unternehmensprofil und Kontaktdaten abgleichen.
- Tags nach jeder neuen Seite oder Strukturänderung kontrollieren.
Neu dazu kommt: KI-Assistenten wie ChatGPT oder die AI Overviews von Google antworten in der Sprache der Frage. Klare Inhalte in jeder Sprache erhöhen die Chance, zitiert zu werden. Mehr dazu im Beitrag GEO: so werden Sie in ChatGPT sichtbar.
Wie unterstützen wir Sie beim mehrsprachigen SEO?
Webcom Consulting ist eine SEO Agentur in Lugano und arbeitet auf Deutsch und Italienisch. Im siebenköpfigen Team arbeiten ein SEO-Analyst, Webentwickler und eine feste Ansprechperson für Ihr Projekt. Wir kümmern uns um technische Struktur, Keyword-Recherche pro Sprache und Inhalte, so wie für Kunden wie die Clinica Dentale Viganello und Brands of Tomorrow. Besonders hilfreich ist das für Unternehmen aus der Deutschschweiz, die im Tessin gefunden werden wollen.
Lernen Sie unsere Leistung SEO und GEO kennen oder starten Sie mit dem kostenlosen Digital-Check: Wir prüfen, wie Ihre Website in den verschiedenen Sprachen bei Google dasteht.
Häufige Fragen
Was ist mehrsprachiges SEO?
Mehrsprachiges SEO umfasst alle technischen und inhaltlichen Massnahmen, mit denen eine Website in mehreren Sprachen bei Google von Suchenden jeder Sprache gefunden wird: URL-Struktur, hreflang-Tags, Keyword-Recherche pro Sprache und an das lokale Publikum angepasste Texte.
Unterordner oder eigene Domains für eine mehrsprachige Schweizer Website?
Für KMU, die hauptsächlich in der Schweiz tätig sind, sind Unterordner auf einer .ch-Domain wie /fr/ und /it/ meist am praktischsten. Eigene Domains lohnen sich, wenn Sie verschiedene Länder mit eigenen Angeboten und Preisen bedienen.
Welche hreflang-Codes verwendet man für die Schweiz?
Man kombiniert den Sprachcode nach ISO 639-1 mit dem Ländercode nach ISO 3166-1: de-CH für Deutsch, fr-CH für Französisch und it-CH für Italienisch in der Schweiz. Der Ländercode "CH" allein ist ungültig.
Sind übersetzte Seiten für Google Duplicate Content?
Nein. Google betrachtet lokalisierte Versionen nur als Duplikate, wenn der Hauptinhalt nicht übersetzt ist. Korrekte hreflang-Angaben sind aber wichtig, vor allem bei Versionen in derselben Sprache für verschiedene Länder wie de-CH und de-DE.
Braucht es ein Google-Unternehmensprofil pro Sprache?
Nein. Die Richtlinien von Google sehen ein Profil pro Standort vor, mit dem tatsächlichen Firmennamen und ohne Wiederholung in mehreren Sprachen. Bewertungen können Sie in der Sprache beantworten, in der sie verfasst wurden.